Mehr als ein grobes Kundensegment
Die Ausgangsdaten waren vorhanden: bevorzugte Ligen und Teams, die Verteilung zwischen Prematch und Live sowie der Aufbau der Wettscheine. In den Kampagnen wurden diese Unterschiede bislang nur grob abgebildet. Die Aufgabe war, daraus individuelle, verständliche E-Mail-Module zu machen.
Das System erzeugt aus einem Datenexport für jeden Empfänger einen Satz HTML-Widgets. Eine Grafik zeigt den persönlichen Wert, ein kurzer Kommentar ordnet ihn ein – auf Deutsch oder Englisch. Welche Bausteine eine Kampagne verwendet und in welcher Reihenfolge, entscheidet weiterhin das CRM-Team in Emarsys.
Unser Anteil: vom Konzept bis zur Anbindung
Das gesamte Konzept und das Design des Widget-Systems stammen von uns. Wir haben die Kennzahlen in visuelle Module übersetzt: Was zeigt eine Grafik, was erklärt der begleitende Text und wie bleibt das Ergebnis auch bei unterschiedlich vielen Einträgen verständlich? Daraus entstanden die Gestaltung und der Aufbau der einzelnen Widgets.
Auch die komplexe HTML-Entwicklung haben wir übernommen – einschließlich des Emarsys-spezifischen Codes für die Einbindung in das vorhandene Kampagnen-Template. Dazu kamen die API-Anbindung an Emarsys und die Verarbeitung der Daten aus der Affiliate-API. Unser Auftrag umfasste damit sowohl die sichtbaren E-Mail-Module als auch die Anwendung, die sie mit den passenden Inhalten versorgt.
Die Texte folgen Regeln, nicht einem Sprachmodell
Das Backend basiert auf PHP und Neos Flow. Eine Pipeline importiert die Rohdaten, berechnet die Kennzahlen pro Empfänger und prüft Schwellenwerte. Danach wählt sie passende Textbausteine. Jede Aussage lässt sich auf eine Zahl im Datensatz zurückführen.
Zu den Modulen gehören ein Liga-Mix, das Verhältnis von Prematch zu Live, ein Kombi-Profil, der bevorzugte Wettmarkt und ein Team-Ranking. Dafür braucht es nicht bei jedem Versand neu generierte Texte. Die redaktionelle Arbeit steckt in den vorab definierten Formulierungen und den Regeln, wann sie passen.
Vorberechnen, damit der Versand nicht warten muss
Bei knapp einer Million Empfängern darf nicht jede Kennzahl erst beim Abruf berechnet werden. Die Pipeline erledigt diese Arbeit nach dem Import. Zum Versandzeitpunkt ruft Emarsys die vorbereiteten Ergebnisse über External Content ab. Eine Kontakt-ID bestimmt, welcher Inhalt zum jeweiligen Empfänger gehört.
Ein Modul für die nächste Begegnung benötigt zusätzlich aktuelle Informationen aus der Affiliate-API des Anbieters. Diese Angaben werden beim Abruf verarbeitet. Die E-Mail bildet damit den Stand zum Versandzeitpunkt ab, nicht einen dauerhaft aktuellen Live-Zustand.
Lasttest mit mehreren Hunderttausend Empfängern
Wir haben den Versand an mehrere Hunderttausend Empfänger simuliert. Lasttests waren damit Teil der technischen Umsetzung – zusätzlich zur Entwicklung der einzelnen Widgets, des Emarsys-spezifischen Codes und der API-Anbindungen.
Fehlende Daten, Outlook und das Emarsys-Template
Drei Punkte haben die Umsetzung besonders geprägt:
- Weniger Daten, kein kaputtes Layout
- Nicht jeder Datensatz liefert fünf Teams oder eine eindeutige Lieblingsliga. Ein Ranking mit drei sinnvollen Einträgen zeigt drei. Reicht die Grundlage für einen Baustein nicht aus, entfällt er ohne leere Fläche.
- E-Mail ist kein Browserfenster
- Komplexere Grafiken werden serverseitig als Bilder gerendert, einfache Balken direkt in HTML. Unser Widget-HTML nutzt Tabellen-Layouts und berücksichtigt die Konventionen des vorhandenen Templates, damit die Gestaltung auch in Outlook funktioniert.
- Das bestehende Template gibt den Rahmen vor
- Die Widgets haben ein eigenes Design, müssen sich aber in das bestehende Emarsys-Template einfügen. Dafür haben wir globale CSS-Regeln und die Bedienung optionaler Blöcke berücksichtigt. Auch die Hausschrift in gerenderten Bildern erforderte angepasste Abstände und Bildmaße sowie die Klärung der Serverlizenz.
Ein Widget-System statt einer einmaligen Kampagne
Staging und Produktion sind getrennt und zugriffsgeschützt; das Hosting liegt im Account des Auftraggebers. Änderungen am Widget-Set werden als neue Versionen ausgeliefert. So können sie geprüft werden, ohne den bestehenden Stand nebenbei zu verändern.
Entstanden ist eine Verbindung von Datenpipeline, individueller Anwendungslogik und dem Werkzeug, in dem das CRM-Team bereits arbeitet. Das System ist für weitere Widgets, Ligen und Sportarten angelegt.
Personalisierung braucht nicht zwingend generative KI. Hier entsteht jeder Kommentar aus einer nachvollziehbaren Kennzahl.