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Sieben CMS. Welche Unterschiede im Projekt zählen.

Wie unterscheiden sich WordPress, TYPO3, Drupal, Neos, Craft, Storyblok und Payload bei Redaktion, Mehrsprachigkeit, Schnittstellen und Betrieb? Wir vergleichen Funktionen, Erweiterungsbedarf und typische Einsatzgebiete in einer Tabelle.

Redaktion, Mehrsprachigkeit und Anwendungslogik vergleichen

Ein Länderauftritt mit vielen Redaktionen stellt andere Anforderungen als ein Produktportal mit Login. Bei einem Magazin steht die Veröffentlichung im Mittelpunkt. Bei einer Fachanwendung sind Inhalte ein Teil eines größeren Datenmodells. Diese Unterschiede sollten die Auswahl bestimmen.

Wir vergleichen die sieben CMS, die wir auf unseren Leistungsseiten näher vorstellen. Bei einer Headless-Website werden die Inhalte im CMS gepflegt und über eine Schnittstelle an eine separat entwickelte Website oder App übergeben. Mehrere der verglichenen Systeme unterstützen sowohl diesen Aufbau als auch klassische Websites, bei denen das CMS die fertigen Seiten erzeugt.

Der Funktionsvergleich

Die Tabelle unterscheidet zwischen eingebauten Funktionen und solchen, die zusätzliche Konfiguration oder Erweiterungen benötigen. „Erweiterung“ bedeutet zusätzlichen Integrations- und Wartungsaufwand. „Konfiguration“ setzt ebenfalls Projektarbeit voraus. Bei kommerziellen Editionen und Cloud-Tarifen muss der genaue Umfang im Angebot geprüft werden.

Die erste Zeile beschreibt die besondere Stärke jedes Systems: unsere Einordnung der dokumentierten Funktionen und ihres Zusammenspiels, kein exklusives Feature-Versprechen. Grundlage sind TYPO3 14, Drupal Core 11 und Drupal CMS 2, Neos 9, Craft 5 sowie die aktuelle Dokumentation von Storyblok, Payload und WordPress.

Bei Drupal ist die Unterscheidung wichtig: Drupal CMS ist ein vorkonfiguriertes Paket auf Basis von Drupal Core. In Version 2 gehört Canvas für visuelles Seitenbauen dazu. Canvas selbst ist kein Core-Modul.

Funktionen und Umsetzung · geprüft am 11. September 2026
KriteriumTYPO3DrupalNeosCraftStoryblokPayloadWordPress
Besondere StärkeViele Websites gemeinsam steuern: zentraler Seitenbaum, mehrere Sprachen, getrennte Redaktionsrechte und mehrstufige Workspaces in einer Installation.Verknüpfte Inhalte auswerten: Mit Feldern, Taxonomien und Views entstehen filterbare Verzeichnisse und Listen, deren Abfragen sich im Backend konfigurieren lassen.Im Seitenlayout redigieren und zugleich Varianten verwalten: Content Dimensions verbinden etwa Sprachen und Länder mit definierten Rückfallregeln.Die Redaktion passend zum Inhalt aufbauen: eigene Felder und verschachtelte Matrix-Einträge, kombiniert mit frei gestalteten Templates und Live Preview.Headless mit visueller Redaktion als Cloud-Dienst: Blöcke im angebundenen Frontend auswählen und bearbeiten; das CMS betreibt Storyblok.CMS und Anwendung in einem Next.js-Projekt: TypeScript-Konfiguration erzeugt Datenmodell, Admin-Oberfläche und APIs; eigene Geschäftslogik nutzt die Local API.Vom Blog bis zur Unternehmenswebsite: Block-Editor und ein breites Theme- und Plugin-Angebot verbinden redaktionelles Publizieren mit vielen vorgefertigten Bausteinen.
RedaktionSeitenbaum, Inhaltselemente und Website-VorschauCore: Formulare und Layout Builder; Drupal CMS 2 ergänzt CanvasInhalte direkt in der Seitenansicht bearbeitenIndividuelle Eingabeformulare mit Live PreviewVisual Editor mit Vorschau und Blockauswahl im angebundenen FrontendGeneriertes Admin-Panel; integrierte Live Preview wird mit dem Frontend verbundenBlock-Editor für Beiträge und Seiten; mit Block-Theme auch Templates und globale Gestaltung
InhaltsmodellSeiten, Inhaltselemente und eigene DatensatztypenInhaltstypen, Felder, Taxonomien und Referenzen; Views für die AusgabeNode Types: Dokumente und Inhalte in einer BaumstrukturSections und Entry Types; Matrix für verschachtelte EinträgeStories und definierte Blöcke; Inhalte über Referenzen wiederverwendenCollections, Globals und Felder im TypeScript-CodeBeiträge, Seiten, Taxonomien und eigene Inhaltstypen; zusätzliche Felder per Code oder Plugin
Sprachen & VariantenMehrsprachigkeit und mehrere Sites im CoreInhalts- und Konfigurationsübersetzung über Core-ModuleContent Dimensions für Sprachen, Länder und weitere VariantenVerbundene Sites; Übersetzung und Verteilung je Feld und Section konfigurierbarLokalisierung über Felder, Ordner oder getrennte SpacesLokalisierung auf Feldebene; Sprachen und Fallbacks im Code konfigurierenMehrsprachige Inhalte über Plugins; Multisite im Core ersetzt kein Übersetzungsmodell
FreigabenMitgelieferte Workspaces-Extension; eigene Freigabestufen konfigurierbarCore-Module Workflows und Content Moderation; Stufen und Übergänge konfigurierenPersönliche Workspaces, optional Review-Workspace vor Live; separate VeröffentlichungsrechteEntwürfe, Revisionen und Veröffentlichungsrechte; zusätzliche Freigabestufen erweiternStandardworkflow; eigene Abläufe und Stufen tarifabhängigEntwürfe und Versionen konfigurierbar; mehrstufige Freigaben individuell oder über das Enterprise-AngebotEntwürfe, Revisionen und Beiträge zur Prüfung; mehrstufige Freigaben über Plugins oder eigene Entwicklung
ZugriffsrechteBackend-Rechte für Seiten, Tabellen, berechtigungsgesteuerte Felder und SprachenRollen und Modul-Berechtigungen; Sonderregeln über zusätzliche ModuleFlow-Policies und Workspace-Rollen; Regeln für Inhalte konfigurierbarBenutzergruppen und Berechtigungen; Umfang editionsabhängigRollen und Inhaltszugriff; eigene Rollen tarifabhängigRegeln bis auf Dokument- und Feldebene; Local API prüft Rechte nur bei expliziter AktivierungRollen und Capabilities im Core; zusätzliche Rechte über Plugins oder eigenen Code
Headless & APIsJSON-Ausgabe über Extensions; eigene APIs zusätzlich entwickelbarJSON:API für Inhaltsdaten im Core; weitere Schnittstellen über ModuleJSON-Ausgabe über Fusion; eigene APIs und zusätzliche PaketeGraphQL im CMS; alternativ klassische Website-Ausgabe mit TwigContent Delivery API und Management API; Frontend läuft separatREST und GraphQL automatisch; Local API für direkte Aufrufe im Server-CodeREST API im Core; separates Frontend möglich, Vorschau und Anmeldung zusätzlich integrieren
Eigene FunktionenPHP-Extensions; Extbase für Anwendungslogik, Fluid für TemplatesModule und Services in PHP auf Symfony-BasisPHP-Pakete auf Neos Flow; Fusion für die AusgabePHP-Plugins und -Module auf Yii-Basis; Twig für TemplatesApps, Feld-Plugins, Webhooks und externe Backend-DiensteTypeScript, Hooks, eigene Endpoints und React-KomponentenPHP-Plugins und Hooks, eigene Blöcke und Themes
Betrieb & LizenzmodellOpen Source; Hosting und Wartung separat planenOpen Source; Hosting und Wartung separat planenOpen Source; Hosting und Wartung separat planenSolo kostenlos, Team/Pro kostenpflichtig; eigenes Hosting oder Craft CloudSaaS mit kostenlosen und kostenpflichtigen Tarifen; Frontend-Betrieb separatOpen-Source-Kern; Hosting separat, zusätzliche Enterprise-AngeboteOpen-Source-Software von WordPress.org; Hosting und Wartung separat, manche Plugins und Themes kostenpflichtig
Quellen je System · offizielle Dokumentation
TYPO3
Drupal
Neos
Craft
Storyblok
Payload
WordPress

TYPO3 oder Storyblok: Was sich für Redaktion und Betrieb ändert

TYPO3 verbindet Inhaltsverwaltung, Seitenbaum und die Ausgabe der Website in einer selbst betriebenen Anwendung. Mehrere Websites und Sprachen können darin zusammenkommen. Inhalte lassen sich auch über Schnittstellen an eine separate Website oder App übergeben; diese Anbindung wird eigens eingerichtet. Storyblok stellt die Inhaltsverwaltung als Cloud-Dienst bereit. Die Website, auf der Besucher diese Inhalte sehen, wird separat entwickelt und betrieben.

Storybloks visueller Editor zeigt die angebundene Website und ihre bearbeitbaren Komponenten. Die Redaktion wählt einen Baustein in der Vorschau aus und bearbeitet die dafür eingerichteten Felder. In TYPO3 organisiert sie die Inhalte über den Seitenbaum und die konfigurierten Inhaltselemente. Beim Vergleich prüfen wir, wie das Team Seiten aufbaut, Änderungen kontrolliert und Inhalte wiederverwendet.

Für die Auswahl würden wir denselben Ablauf vergleichen: eine Kampagnenseite mit mehreren Sprachen, einer Freigabe und Inhalten aus einem weiteren System. Wer darf was ändern? Wie kommt eine neue Komponente hinzu? In der Betriebskalkulation stehen bei TYPO3 unter anderem Hosting und Updates, bei Storyblok der passende Tarif sowie Wartung und Hosting des eigenen Frontends und der Integrationen.

Es muss auch kein vollständiger Wechsel sein. Bei lotterien.at haben wir Storyblok als Content Hub mit der bestehenden TYPO3-Website verbunden. Veröffentlichen, Aktualisieren und Zurückziehen von Artikeln werden synchronisiert. So kann eine neue redaktionelle Oberfläche entstehen, während TYPO3 die Website weiter ausliefert.

Welche Kandidaten wir näher prüfen würden

Die folgenden Zuordnungen sind unsere fachliche Einordnung, keine Rangliste. Sie helfen, eine erste Auswahl einzugrenzen; die tatsächlichen Anforderungen können zu einer anderen Entscheidung führen.

Ein Blog, Magazin oder eine Website mit etablierten Funktionen
WordPress ist dafür ein naheliegender Kandidat: Der Block-Editor und das Angebot an Themes und Plugins liefern viele vorhandene Bausteine. Wir würden prüfen, welche Erweiterungen wirklich nötig sind und wie sie zusammenspielen. Mehrsprachigkeit und mehrstufige Freigaben brauchen zusätzliche Lösungen; sie sind keine automatisch mitgelieferten Funktionen.
Viele Marken, Länder und Redaktionen
TYPO3, Drupal und Neos sind naheliegende Kandidaten. Wir würden mit unterschiedlichen Zuständigkeiten, Sprachvarianten und einem echten Freigabeablauf beginnen und prüfen, wie gut das jeweilige Modell zur Organisation passt.
Eine individuell gestaltete Unternehmenswebsite oder ein Magazin
Craft stellt individuell aufgebaute Eingabemasken mit Live Preview in den Vordergrund, Neos das Bearbeiten direkt im Seitenlayout. Crafts Multisite-Modell ist für zusammengehörende Auftritte mit redaktionellen Überschneidungen gedacht, nicht als Verwaltung beliebiger unabhängiger Projekte. TYPO3 und Drupal kommen ebenfalls infrage, etwa bei einer vorhandenen Plattform oder entsprechenden Kompetenzen im Unternehmen.
Dieselben Inhalte auf einer Website und in einer App
In Storyblok pflegt die Redaktion Inhalte in einem Cloud-CMS mit visueller Vorschau. Website und App können diese Inhalte über Schnittstellen abrufen. Payload kommt infrage, wenn das CMS Teil einer eigenen TypeScript- und Next.js-Anwendung sein soll: Datenfelder und Zugriffsregeln werden dann im Code festgelegt. Auch die übrigen CMS bieten Schnittstellen zur Weitergabe von Inhalten.
Ein Portal mit individuellen Geschäftsregeln
Hier vergleichen wir nicht nur die Redaktion. Nutzerkonten, Datenzugriff, Suchfunktionen, Prozesse und Schnittstellen gehören in den Prototyp. Payload, Drupal oder eine auf Neos Flow basierende Anwendung können dafür unterschiedliche Ausgangspunkte sein.

Entwicklung, Migration und laufende Kosten vergleichen

Für jedes CMS kalkulieren wir Konzeption, Inhaltsmigration, Frontend und Erweiterungen. Laufend fallen je nach System Lizenzen oder Abonnements, Hosting und Wartung an. Bei einem SaaS-CMS umfasst das Abonnement den angebotenen CMS-Dienst; individuelle Frontends und Schnittstellen müssen separat betreut werden.

Wir halten vor der Auswahl fest, welche Daten exportiert werden können, wo individueller Code liegt und wie ein anderes Team die Lösung übernehmen könnte. Das ist bei einer selbst betriebenen Installation ebenso relevant wie bei einem SaaS-Angebot.

Mit einem echten Ablauf entscheiden

Für den Vergleich nehmen wir einen Ausschnitt Ihrer Arbeit: etwa eine Produktseite mit mehreren Sprachversionen, eine Freigabe durch zwei Rollen und einen Datenimport. Wir richten diesen Ablauf in zwei geeigneten Systemen ein. Die Redaktion bearbeitet die Beispielseite selbst; die IT prüft die Schnittstellen und den Aufwand für den Betrieb.

Dabei sehen wir, welche Arbeitsschritte direkt möglich sind, wo zusätzliche Erweiterungen nötig werden und wo die Bedienung Probleme macht. Diese Ergebnisse fließen gemeinsam mit Entwicklungs- und Betriebskosten in die Auswahl ein.

Auf den Punkt

Eine Produktseite in mehreren Sprachen, eine Freigabe durch zwei Rollen und ein Datenimport: Mit einem solchen Prototyp lassen sich Unterschiede zwischen den CMS an der eigenen Arbeit prüfen.